Vielleicht eines vorweg – theoretisch geht das immer, denn man reagiert ja nur, wenn man Kontakt mit “seinem” Allergen hat. Allerdings kann man sich in der Pollenzeit nun schlecht auf den Mond beamen, aber einige Tipps können Pollenallergikern helfen, die Symptome deutlich zur reduzieren und es auch oft möglich machen, auf Medikamente zu verzichten:
1. Sie sollten ihr persönliches Pollenspektrum kennen!
2. Vermeiden Sie längere Aufenthalte im Freien zur Zeit Ihrer maximalen Pollenbelastung, besonders schlecht sind (nur!) dann körperliche Anstrengung und Sport, weil man viele Pollen einatmet. Auf Innenraum-Sportarten ausweichen.
3. Beim Autofahren Fenster schließen, Lüftung nur verwenden, falls Pollenfilter vorhanden.
4. Rasenflächen bereits vor der Gräserblüte (ca. Mitte Mai) mähen und dann kurz halten. (Besser ist mähen lassen!).
5. Bei der Neuanlage von Gärten windbestäubte Pflanzen und Bäume meiden (z.B. Hasel, Birke).
6. Bei trockenem, leicht windigem Wetter möglichst im Haus bleiben. Wohnräume, insbesondere das Schlafzimmer zur Wohnung hin und nicht nach außen lüften.
7. Abends Haare waschen oder ausspülen um eine Verschleppung der Pollen in die Bettwäsche zu vermeiden. Bett tagesüber abdecken.
8. Einmaltaschentücher verwenden.
9. Urlaubsplanung und Freizeitaktivitäten nach der Pollenbelastung ausrichten. Pollendienste und –vorhersagen beachten.
Wenn Sie sich jetzt vielleicht zurückerinnern, wie das Immunsystem reagiert: Ein Kontakt mit einem Krankheitserreger oder Allergen führt zur Bildung von Antikörpern, der erneute Kontakt führt über das „immunologische Gedächtnis“ zu einer viel schnelleren und heftigeren Reaktion und so weiter und so weiter. Bei Impfungen nutzt man diesen Effekt aus, oft ist erst nach 2 oder 3 Impfungen genug Schutz vorhanden. Bei Allergien sollte man ihn nicht ausnutzen wollen: Die Allergie entwickelt sich wie eine Lawine immer heftiger und heftiger und ist dann immer schwerer unter Kontrolle zu bekommen.
Ist es also nicht möglich, eine ausreichende Meidung der entsprechenden Pollen zu betreiben, ist es sinnvoll frühzeitig eine medikamentöse Prophylaxe zu betreiben, wobei der behandelnde Allergologe eine Vielzahl verschiedener Medikamente zur Verfügung hat, um Ihnen ein individuelles Stufenschema „maßzuschneidern“. Manche davon wirken nur prophylaktisch, andere helfen auch dann noch, wenn bereits Beschwerden vorhanden sind. Eine wirksame Prophylaxe des Heuschnupfens vermindert signifikant die Verschlechterung von Asthma-Beschwerden. Sie werden selbst wissen, dass die Beschwerden neben der Jahreszeit von der Temperatur, Wind, Niederschlägen etc. abhängen, entsprechend können Sie dann im Idealfall auch Ihre Medikation anpassen, weniger bei Dauerregen, mehr bei einer längeren Radtour an einem windigen Tag.
Ist es Ihnen auch schon einmal so ergangen: Ständiger Wind, starke Allergiebeschwerden – endlich naht das ersehnte erlösende Gewitter und dann geht es erst richtig los? Der Grund liegt darin, dass speziell Gräser- und Getreidepollen beim ersten Flüssigkeitskontakt aufquellen und in noch kleinere Partikel zerplatzen, die erst recht gut eingeatmet werden können. Gerade Asthmatiker haben damit häufig starke Probleme, also aufgepasst. Aber zum Trost haben wir ja normalerweise hier am See auch ganz intensive Regenperioden, die den Pollen dann letztlich doch den Garaus machen…
Bis nächste Woche, dann zum Thema „Hyposensibilisierung – kann ich meine Allergie ein für allemal loswerden?“
Ihr Dr. R. Pfister
Schwerpunktpraxis für Pneumologie und Allergologie, Überlingen
Allergie und Immunsystem
Wir haben ja inzwischen von Dr. Pfister gelernt, dass bei Allergien keine Immunschwäche, sondern ein überaktives Immunsystem vorliegt.
Was kann man also selber machen, was kann man naturheilkundlich therapeutisch unternehmen, um das Immunsystem sozusagen zu beruhigen.
Zum einen heißt dass, selber nicht die Ruhe zu verlieren und überaktiv zu sein, sondern möglichst zielgerichtet und überlegt vorzugehen. Dazu gehört zuerst, dass die Allergie von einem Allergologen genau bestimmt und ein Behandlungsplan aufgestellt wird.
Dann weis man, was einen genau quält und wie man sich im Ernstfall helfen kann. Eine rechtzeitige und überlegte Medikamenteneinnahme ist dabei immer effektiver, als das Warten, bis es nicht mehr geht!
Ist dieses erledigt, lohnt es sich zu überlegen, was man selber machen kann. Das Immunsystem ist extrem beeinflussbar- und zwar durch
Bewegung (also Sport)
vegetativ stimulierende Reize (Sauna, Schwimmen etc.)
Ernährung (Jogurt, natur- ohne Zucker, es muss kein probiotischer sein)
Psyche (Einstellung zur Krankheit, Stress)
Dann kommen naturheilkundliche Behandlungen in Betracht, die im Prinzip alle o.g. Faktoren auf die ein oder andere Weise zu beeinflussen versuchen.
Bis bald an dieser Stelle!
Dr. Tobias Nitsch
Zentrum für TCM und Naturheilverfahren am Klinikum Konstanz.
Bei Allergikern hat das Immunsystem also angefangen, auf (Bio-) Partikel in unserer Umwelt zu reagieren. Die vorhandenen Antikörper machen uns vor allem an den Schleimhäuten zu schaffen, kommt es zu erneutem Kontakt mit dem Auslöser (z.B. Pollen, Hausstaubmilbenpartikel, Tierhaare etc.) reagieren die vorhandenen Antikörper damit und es kommt zu einer Entzündungsreaktion, wenn Augen und der Nase jucken nennt man das Heuschnupfen, die gleiche Reaktion an den Bronchien führt zu einer Bronchialverkrampfung, Asthma genannt.
Warum fängt aber jetzt bei dem einen das Immunsystem an, derartig verrückt zu spielen, warum bei anderen nicht? Dazu muss man zwei Sachverhalte berücksichtigen. Allergiker gab es schon immer, die Anlage so reagieren wird vererbt, man nennt diese „Allergiebereitschaft“ Atopie: Typisch dafür ist, das mehrere Familienmitglieder Beschwerden mit Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma haben. Die Symptome sind sehr unterschiedlich ausgeprägt, können sich auch im Laufe des Lebens in lockerer Folge abwechseln. Betroffen waren früher nur einige Prozent der Bevölkerung, inzwischen ist es zu einer Epidemie geworden, bei bis zu 40% der Schulkinder sind Sensibilisierungen nachweisbar (Allergietest positiv, noch keine Symptome), ca. 20% haben Beschwerden.
Diese Epidemie ist eine Entwicklung, die offensichtlich mit unserer geänderten Lebensweise zusammenhängt, da sie praktisch nur in Bevölkerungen mit dem sogenannten „westlichen Lebensstil“ beobachtet wird. Dazu hat es in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer Erkenntnisse gegeben, davon viele interessante Aspekte aus der Beobachtung nach der Wende in Deutschland. Während es in der ehemaligen DDR viele Atemwegserkrankungen wie Bronchitis gab, waren Allergien und Asthma sehr viel seltener als bei uns. Innerhalb der wenigen vergangenen Jahre ist es praktisch zu einem völligen Gleichstand gekommen. Folgende Gründe scheinen eine Rolle zu spielen:
–> Wir leben für unser Immunsystem wohl zu hygienisch, das heißt, es hat vor allem in der frühen Kindheit nicht genug „natürliche“ Feinde und fängt an, auf die Umgebung zu reagieren: Kinder, die in Großfamilien aufwachsen, früh in Kinderhorte kommen (Infekte, Infekte, Infekte), auf einem Bauernhof aufwachsen (Krankheitserreger, Endotoxine, „Dreck“) entwickeln seltener Allergien.
–> Elterliches, vor allem mütterliches Rauchen ist ein höherer Risikofaktor für Allergien als allergische Eltern!
–> Die Klimaveränderung hat zu einer Verlängerung der Pollensaison geführt, zusätzlich sind neue Pflanzenarten bei uns heimisch geworden.
–> Feinstäube, speziell Dieselruß scheint Pollen „aggressiver“ zu machen, zusätzlich werden unsere Atemwege dadurch für die entsprechenden Pollen empfindlicher.
Das eigene Risiko setzt sich also zusammen aus dem, was man von seinen Vorfahren genetisch mitbekommen hat und dem was man im Leben ausgesetzt war. Natürlich bietet das wie alles im Leben keine absolute Sicherheit, natürlich sitzen bei uns in der Asthma-Schulung auch die nichtrauchenden Mütter von Kindern, die auf einem Bauernhof aufwachsen, aber sie sind wie in der Statistik eher die Ausnahme…
Ich bin recht optimistisch, dass es in wenigen Jahren möglich sein wird speziell den „Hygienefaktor“ mit neuen Ansätzen therapeutisch anzugehen, im Tierversuch ist es bereits gelungen, allergische Sensibilisierungen bei Tieren zu verhindern, die man gereinigten Gemischen aus Stallstäuben ausgesetzt hatte. Was man derzeit tun kann, wenn man bereits allergisch ist, darüber schreibe ich in der nächsten Woche.
Bis nächste Woche, dann zum Thema „Beschwerdefrei trotz Allergien – geht das überhaupt?“
Ihr Dr. R. Pfister
Schwerpunktpraxis für Pneumologie und Allergologie, Überlingen
Obwohl die Zeit drängt, weil nach wie vor eine enorme Pollenbelastung, jetzt vor allem mit Gräser- und Getreidepollen besteht, will ich in den nächsten beiden Folgen noch einiges Grundsätzliches zu Allergien sagen – wenn man weiß, was im Körper geschieht, kann man die Therapie besser verstehen.
Also:
Was ist eigentlich eine Allergie?
Ohne unser Immunsystem hätten wir keine Chance alt auszusehen, wir würden das entsprechende Alter gar nicht erst erreichen. Es ist ein extrem leistungsfähiges Überwachungssystem, das dafür sorgt, dass schädigende Einflüsse (und das waren praktisch immer Krankheitserreger) bei Eintritt in den Körper sofort erkannt werden. Dafür haben wir im Blut und auf den Schleimhäuten Abwehr-Zellen, die nach nichts anderem Ausschau halten, als nach einem Partikel aus Biomaterial (alle Krankheitserreger sind natürlich „Bio“! und da kommen wir der Sache schon näher…).
Normalerweise würde das Immunsystem den „Feind“ dann mit einer Entzündungsreaktion dann angreifen und vernichten und gleichzeitig Antikörper entwickeln, die im Blut und auf den Schleimhäuten auf Lauer liegen, um bei erneutem Kontakt diesen Angreifer sofort abzufangen und unschädlich zu machen.
Eine Allergie – so wie sie wissenschaftlich definiert wird, ist eine Fehl- oder Überreaktion des Immunsystems auf harmlose Biopartikel aus der Umwelt, die dann ihrerseits Krankheitssymptome macht. Sie ist keine Schwäche des Immunsystems!
Es gibt verschiedene Arten von Allergien, diejenigen, die an den Augen oder Atemwegen Beschwerden machen, werden durch spezielle (IgE-)Antikörper vermittelt, die sofort mit dem entsprechenden Allergen reagieren, man spricht auch von Soforttyp-Allergie. Aktuelle Beispiele sind der Heuschnupfen und das allergische Asthma, aber auch Insektengift- und Nahrungsmittelallergien werden über vorhandene Antikörper vermittelt. An der Haut gibt es eine andere Form der Allergie, die von Immunzellen in der Haut vermittelt wird. Eine typische Form wäre z.B. die Nickelkontakt-Allergie. Hierbei läuft die Reaktion viel langsamer ab, weil die Entzündungszellen erst in die Haut einwandern müssen.
Es verbleibt für die Betroffenen damit aber immer noch die spannende Frage – warum gerade ich?? Dazu mehr in der nächsten Woche.
Herzlichst,
Ihr R. Pfister, Überlingen
Erfahrungsmedizin – Schulmedizin – Placeboeffekt; ein wirklich interessantes Thema, zu dem ich kürzlich einen Vortrag im Rahmen der Bürgeruniversität Konstanz und dem Bildungszentrum Konstanz gehalten habe.
Gilt in der Medizin als wahre Methode der Erkenntnisfindung nur die “Doppelblinde randomisierte klinische Studie (Randomized Clinical Trial, RCT) ” zum Ausschalten des Placeboeffektes, oder werden medizinisch wertvolle Erkenntnisse auch durch Erfahrung von Ärzten, Therapeuten und auch Patienten gewonnen?
Unter einer “Doppelblinden randomisierten klinischen Studie” versteht man z.B. den Nachweis der Wirksamkeit eines neuen Medikaments gegenüber einem älteren, bekannten Vergleichsmedikament und einem unwirksamen “Medikament”, dem Plazebo (z.B. nur Stärkepulver).
Dabei sehen in dieser Studie alle 3 Medikament gleich aus, der Arzt und auch der Patient ist im Unklaren, welches dieser 3 Medikamente er erhält (Doppelblind).
Es werden also drei Gruppen von Patienten gebildet und nach Abschluss der Studie wird dann das Geheimnis gelüftet und ausgewertet, in welcher der drei Gruppen welche Heilungseffekte erreicht wurden.
Unter dem Placeboeffekt verbergen sich dann alle Wirksamkeiten eines Mittels, die unspezifisch sind, also nichts mit dem eigentlichen Wirkstoff zu tun haben, wie z.B. der “Glaube” an die Heilmethode, Anwendungsart, usw..
Es ist z.B. nachgewiesen, dass Spritzen und Akupunkturnadeln einen deutlich größerem Placeboeffekt haben als Tabletten! Allerdings ist der Placeboeffekt als solcher noch nicht genügend untersucht.
Dass größte Problem ist aber die Übertragung der Ergebnisse dieser Studien auf die tägliche Praxis.
Die Fragen, die sich stellen, sind:
Wie ist der langfristige Bestand der Ergebnisse der RCT, auf denen die wissenschaftliche Medizin ihre Therapierichtlinien aufbaut?
Im Deutschen Ärzteblatt (Heft 36 Sept.2006) wurde unter dem Titel “Ergebnisforschung” eine Untersuchung über die “Langzeitbedeutung” von Studien veröffentlicht. Demzufolge waren von 101 in bekannten medizinischen Fachzeitschriften veröffentlichten Studien nur 1 nach 20 Jahren noch wirklich praxisrelevant und hatte eine wesentliche Änderung der medizinischen Praxis gebracht.
Wie ist die Wahrscheinlichkeit, das Irrtümer zu folgenschweren Fehlern führen?
Wie groß ist die Abhängigkeit der Forscher von den Pharmazeutischen Unternehmen, da über 60 % dieser Studien von dieser gesponsert werden?
Wie groß ist der Druck auf die Wissenschaftler, unangenehme Daten/Fehlschläge nicht zu veröffentlichen?
In jüngster Vergangenheit ist hier z.B. der Fettsenker Lipobay zu trauriger Berühmtheit aufgestiegen, als er wieder vom Markt genommen wurde, weil zu viele der behandelten Patienten an kardiologischen Komplikationen verstarben.
Die Naturheilverfahren sind im Übrigen bei der Verteilung von Forschungsmittel deutlich benachteiligt. Denn für welche Themen wird überhaut Geld für Studien zur Verfügung gestellt? Also welche bleiben unerforscht, weil später nicht genug damit verdient werden kann?
Der Weg zur rechten Erkenntnis bleibt weiterhin spannend und der Stein der Weisen wurde bisher nicht gefunden!
Also vertrauen wir auch weiterhin unser einigen subjektiven individuellen Erfahrung und bleiben kritisch aber unvoreingenommen.
Bis bald an dieser Stelle!
Dr. Tobias Nitsch
Zentrum für TCM und Naturheilverfahren am Klinikum Konstanz.
Viele der Anfragen, die auf meinen ersten Beitrag kamen, beziehen sich auf unterschiedliche Verfahren der Allergiediagnostik und –therapie, darunter auch viele, die anerkannt und nachweislich wirkungslos sind. Deshalb heute dazu einige grundsätzliche Anmerkungen:
Klar, jeder weiß es, Schulmediziner sind orthodox bis zum Abwinken, verblendet durch den Ballast jahrelanger Indoktrination von Gleichgesinnten. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, es gehört in erster Linie nämlich zur wissenschaftlichen Medizin dazu, seine Erkenntnisse präzise und nachvollziehbar zu veröffentlichen, damit sie diskutiert und dann entweder bestätigt oder widerlegt werden können.
„Eine Anekdote ist eine Anekdote, ist eine Anekdote…“
würde einem fröhlich oder vielleicht auch entgeistert entgegenschallen, wenn man auf einem Kongress einfach mal behaupten würde, man habe „hervorragende Ergebnisse“ mit seiner Methode XY erzielt. Eine Einzelbeobachtung, sei sie noch so positiv, trägt kaum etwas dazu bei, die Wirksamkeit einer Methode zu beweisen. Dafür sind wir zu subjektiv und zwar sowohl als Behandler als auch als Patient. Es ist sicherlich vor allem diesem Plazebo- oder Scheineffekt zu verdanken, dass ärztliche Therapien in der Frühphase der Medizin überhaupt wirksam waren und auch heute spielt der Arzt oder sonstige Behandler diesbezüglich eine wichtige Rolle. Sollte diese genügen, hätte ich kein Problem damit – aber wäre die Erleichterung ausschließlich finanzieller Natur oder würde der Patient einer Gefährdung ausgesetzt, stellt sich die Sache anders dar.
Das Wahrnehmen von Therapieeffekten, die systematische Untersuchung und der Wirknachweis verändern die medizinische Behandlung evolutionär – wir behandeln Lungenentzündungen nicht mehr mit Aderlässen und haben festgestellt, dass Krankheiten nicht von irgendwelchen im Körper fließenden Säften verursacht werden. Gerade die Allergologie hat in den letzten 20 Jahren, durch die neuen Erkenntnisse über das menschliche Immunsystem enorme und faszinierende Fortschritte gemacht.
Warum und wann rate ich also, indoktriniert wie ich möglicherweise auch erscheinen mag, zu einer fach-allergologischen Diagnostik und Therapie?
• Erst wenn ich weiß, gegen was ich allergisch bin, kann ich es ggf. gezielt meiden. Es gibt außer der allergologischen Diagnostik, die ich noch vorstellen werde, kein nachprüfbares Verfahren zur Allergiediagnostik.
• Eine ungenügende oder verspätete Therapie kann z.B. durch einen Etagenwechsel vom Heuschnupfen zum Asthma eine erhebliche Beschwerdeverstärkung/Gefährdung bedeuten.
• Bei Allergien die sich, wie z.B. bei Insektengiftallergien oder Nahrungsmittelallergien mit Kreislaufreaktionen bemerkbar machen, kann der Glaube an eine alternative Therapie ggf. lebensgefährlich sein.
Herzlichst,
Ihr R. Pfister, Überlingen
Allergie - wer keine hat, weiß nicht wie lästig so etwas ist. Wer eine hat weiß, dass es mehr ist als nur eine “Beeinträchtigung der Lebensqualität”.
Wie groß der Leidensdruck von Allergikerin ist, kann man aus der Fülle der Therapien ablesen, die sich auf dem Gesundheitsmarkt befinden.
Im alternativmedizinischen Bereich geht das von Homöopathie, über Akupunktur bis Bioresonanz – um nur einige zu nennen.
Die Behandlungserfolge und Erfahrung sind so umstritten wie verschieden. Manch einer schwört auf eine Methode, die dem anderen wiederum gar nichts gebracht hat.
Ich habe also an dieser Stelle die Gelegenheit, Kurzhinweise über die verschiedensten Behandlungen geben.
Obwohl ich selber seit über 10 Jahren Naturheilverfahren anwende und in diesem Bereich an der Universität Freiburg tätig war, bin ich natürlich auch nicht mit allen Methoden vertraut.
Meine Hoffung ist es deshalb, dass dieser Blog zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch anregt und sich viele kreativ beteiligen.
Wir werden hier sicherlich so manchen hilfreichen Tipp abgeben können und ich bin auf das Feedback gespannt!
Bis in Kürze an dieser Stelle.
Dr. Tobias Nitsch
Zentrum für TCM und Naturheilverfahren am Klinikum Konstanz
Auch Allergologen sprechen oft über den Klimawandel – meist im Zusammenhang damit, dass sich die Pollenflugzeit durch wärmere Winter ausdehnt oder dass neue Pflanzenarten bei uns heimisch werden und Allergien verursachen. Viele Forschergruppen weltweit sammeln diese kleinen Erkenntnis-Bausteine, setzen sie in Bezug zu Beschwerden und entwickeln Theorien – so funktioniert die Wissenschaft.
Aber ganz abseits von derartigen theoretischen Aspekten bescherte in diesem Jahr nicht nur das warme Wetter den Betroffenen eine große Dosis ihrer Allergene, sondern auch die Tatsache, dass die Pollen praktisch nicht durch Niederschläge ausgewaschen wurden, sondern im Gegenteil durch den ständigen Wind aufgewirbelt blieben.
Ich kann mich nicht daran erinnern, im gleichen Zeitraum derartig viele „Neu-Allergiker“ gesehen zu haben, zusätzlich kam es bei vielen Patienten, die bislang „nur“ durch Heuschnupfen geplagt waren, zu einem Etagenwechsel mit Mitbeteiligung der unteren Atemwege. Das nennt man Asthma und damit kann die Allergie plötzlich gefährlich werden. Deshalb war ich über den Regen sehr froh – warum Gräserpollenallergiker dies manchmal anders erleben als Baumpollenallergiker – davon wird später berichtet.
In den kommenden Wochen werde ich versuchen, eine Überblick darüber zu geben, was eigentlich eine Allergie ist, welche Beschwerden und Krankheitsbilder sie hervorrufen kann, wie man sie nachweist und was man tun kann.
Rudolf Pfister
Die Online-Redaktion schreibt:
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Als Vertreter der Schulmedizin steht Dr. Rudolf Pfister mit seinem Fachwissen zur Verfügung. Der Internist mit dem Schwerpunkt Lungen- und Bronchialheilkunde praktiziert in Überlingen. Als Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren bloggt Dr. Tobias Nitsch vom Zentrum für traditionelle chinesische Medizin in Konstanz.
